Landrat Dr. Sommer überreicht Fördergeld für Plattdeutsch-Projekt
Die Zukunft des Plattdeutschen nachhaltig verbessern: Geht das überhaupt? Der Heimatverein Riesenbeck ist der festen Überzeugung und hat derzeit ein äußerst anspruchsvolles Projekt in Arbeit. Er will erreichen, dass sich plattdeutsche Texte mit Unterstützung von künstlicher Intelligenz vorlesen lassen. Wenn es für das Deutsche, Englische oder Chinesische geht, warum denn nicht auch für unsere frühere, nun als bedroht eingestufte Muttersprache? Aber die vielen verschiedenen Dialekte, die schon von Ort zu Ort anders sind! Wie will man das machen? Unmöglich!?
Vor 25 Jahren erschien das Wörterbuch des Münsterländer Platt von Dr.-Ing. Klaus-Werner Kahl, das mit 12 Schreibregeln geschrieben wurde. Mit Hilfe dieser silben- statt wortbezogenen Schreibregeln und den im Buch angewendeten Regeln für die Aussprache soll nun ein KI-Werkzeug erstellt werden, das das Vorlesen von plattdeutschen Texten ermöglicht. Ein Experte aus Münster hat einen Projektplan und eine Kalkulation vorgelegt, auf dessen Grundlage die Finanzierung in Angriff genommen wurde. Der Heimatverein steuert 6000€ bei, die Gesellschaft zur Förderung gemeinnütziger Zwecke im Kreis Steinfurt 16000€.
Am Mittwoch überreichten Landrat Dr. Martin Sommer, auch Vorsitzender der Gesellschaft, und weitere Vertreter einen symbolischen Scheck. Dr. Sommer freute sich über den nachhaltigen Beitrag zum Erhalt des Plattdeutschen und lobte den Mut und den Einsatz des Heimatvereins. Äußerst dankbar nahmen die Vorsitzenden und Mitglieder des Heimatvereins das vorgezogene Weihnachtsgeschenk in Empfang. Nach Dankesworten des Vorsitzenden Michael Wernke und seines Stellvertreters für das Vertrauen erläuterte Dr. Kahl Einzelheiten über die Umsetzung des Projekts. Er zeigte u.a., wie die erste von mehreren Anwendungen, nämlich die Beschreibung von Museumsgegenständen in Platt, zukünftig erfolgen wird.
Nun geht es an die Umsetzung des Mammutprojekts, wie es der stellvertretende Landrat Dieter Simon nannte.


